Donnerstag, 29. August 2013

ashes.

Augen, blitzen, strafen, verdrehen sich, ineinander, reiben sich auf und ziehen sich aus. Münder verzerren, entsperrt, zusammen, verwoben mit Nadel und Faden, aufeinander zementiert. Körper, streifen und winden sich, vor Lachen und stummen Qualen. Streifen mich, umgeben, umkreisen und verschlingen mich. Ich find mich wieder.

Da wo du mich verloren hast.

Ein Trudeln, ein Straucheln, Eskalation und bunte Lichter. Augen zu und zieh. Mund auf, jetzt trink. Alles weg, weit und fort ganz nach hinten, nach unten, vergraben und vergessen. Komm, lass uns tanzen. Auf den Trümmern dieser jämmerlichen Existenz. Auf Brettern ohne doppelten Boden und fleckendurchzogenen Flickenteppichen.
Lass es regnen, von unten hinauf. Mit Asche schmeißen und  Dünste atmen. 

Ein Taumeln, ein Schwanken. Auf Füßen, die mich nicht mehr tragen und Narben auf den Beinen. Lieblose Kinderseele, wie haben sie dich zerrissen. Geschunden und getreten. Halbtot überlebt und doch zum Sterben bereit. Donnernde Bässe bewegen die stampfende Masse. Leiber, verrenkt und in Alkohol getränkt, Schweiß aus Gift und Chemie. Ich find mich nicht wieder.

Hier wo du mich verloren hast.

"We are the reckless, We are the wild youth. Chasing visions of our futures. One day we'll reveal the truth, that one will die before he gets there. And if you're still bleeding, you're the lucky ones, 'cause most of our feelings, they are dead and they are gone." - "Youth" by Daughter.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Der Zeiger.


Die Uhr schlägt kurz vor Punkt. Höchste Zeit zu gehen, Zeit einander nie wiederzusehen. Und niemals ist hierbei nur ein weiterer Zeiger. Auf dieser Uhr, die sich nicht anhalten lässt.  Schon wieder vorbei? Viel zu schnell, nur ein Moment. Der das alles hier vereint, zeitweilig friedlich, ganz kurz mal glücklich. Und wir schauen uns an und vergessen zu sagen, was wir unbedingt noch sagen wollten. Soll es das gewesen sein? Ewig Erinnerung und niemals Vision? Für immer nur Gedanke, flüchtig schmerzhaft im Wirrwarr dieser Zeit? Wir schauten uns an und hatten längst vergessen, was wir unbedingt noch sagen wollten.

Samstag, 27. Juli 2013

Wir.

Wir, das war eigentlich immer nur Ich allein. Ich und mein, auf den Knien dahinkriechender Schatten. Ich und alles, woran wir zerrten und wonach wir strebten. Wir, das warst niemals Du. Du und deine leeren, von Routine und Stumpfsinn vergewaltigten Worte. Sie alle, wie Sie reden und aussehen und niemals denken, Sie waren Du. Und Du, Du widerwärtiger Gestaltenwandler, getarnt in die Kleider Unserer Gedanken, Du wirst immer Sie sein. Alles was Wir waren, war nur Ich. Und alles was Du bist will Ich niemals sein. Nichtmal für ein Wir. Nicht für Nächte, die ihre Grausamkeit verloren und Tage, denen es an Leben nie fehlte. Für Worte, die die Seele heilten und Gesten, die niemals selbstverständlich wurden. Für das Gefühl, das Ich gar nicht so untragbar scheint und die Illusion einer Zukunft.

Wir, das war eigentlich immer nur Ich allein. Ich und dieser Kopf, zu voll zum Leben und viel zu schwer zum Aufrechtgehen. Ich und diese Gedanken, die man eigentlich nicht denken sollte. Wir, das war von Anfang an Ich. Ohne Dich und deinen hell leuchtenden Schein, der mich erblinden ließ. Dein Glanz, das Strahlen, das verlockende Funkeln im Grau. Täuschung. Illusion. Projektion.

Du und Sie. Einfach Ihr.

Selbst wenn Ich für immer blutet obwohl Wir sich soviel besser macht, Ich tanze. Auf Eurem Grab.

Dienstag, 30. April 2013

missverständnis.


ich sprach von kafka und vom sich verwandeln, von bukowski und verfall. ich sprach von hesse und vom abschied nehmen, von stufen und vom neubeginn. von der ewigkeit und sie zu überwinden. von anderen galaxien und schwarzen löchern. ich sprach von mir und ihr und dir. davon wie es wohl wäre, wenn es uns nicht gäbe.

ich sang lieder vom draufgehen, vom wiederaufstehen und abgeh´n. ich sang janis, kurt und james. ließ los und mich von der menge tragen. ganz egal wohin, immer weiter nach vorn. ich sang von liebe und vom leiden. davon wie es wäre, wenn es uns nicht gäbe.

ich tanzte teufelstänze, im takt der ewigkeit. nie im gleichschritt, scheiß auf vierviertel, polka, rumba, salsa, samba. ich drehte pirouetten und mich im kreis, im takt der ewigkeit. so als wenn es uns nicht gäbe.

...und nach all den jahren und allem was geschah, schaust du mir in die augen und fragst: entschuldige,wie bitte, was?

Mittwoch, 24. April 2013

bewusst.

"Try to learn to breathe deeply, really to taste food when you eat, and when you sleep, really to sleep. Try as much as possible to be wholly alive with all your might, and when you laugh, laugh like hell. And when you get angry, get good and angry. Try to be alive. you will be dead soon enough."

-Hemingway
 Kein Gefühl der Welt ist so grausam wie ohne Gefühl zu sein. Nichts lässt sich schwerer ertragen als diese stumpf-schöne Leere. Dieses eine Level, auf dem alles irgendwie so an dir vorüberfließt. Dieses passiv-destruktive Dasein, kontinuierlich monoton. So what? I don´t care.

So bequem und so schön angenehm. Erstarrt, kühl, grazil. Hier geh ich nicht mehr weg, hier bleib ich.
Ihre Pfeile treffen dich nicht, Nichts und Niemand wirft dich aus der Bahn.
Schwebst auf deiner Wolke da oben, unnahbar, einsam, eigentlich nicht da.

Sie lächeln und sie schreien. Sie weinen und sie wüten. Sie hassen und sie treten.
Du nicht, du schwebst.
Auf deiner Wolke da oben, unnahbar, einsam und eigentlich nicht da.

Du entfernst dich, Fremder. Weit weg, und weiterhin konsequent monoton.
Halt an, mein Freund. Bleib hier, bei mir.

Und du lächelst und du schreist. Du wütest und du weinst. Du hasst und du trittst.
Du wusstest nicht warum und wie es dazu kam. Wusstest nicht wer und wann das war. 
Unnahbar, einsam und eigentlich nicht da.

Hass mich, schlag um dich, wein nicht, ich liebe dich. 
Tanz und kreisch, lach mich aus, hör auf, hau drauf.
Heul und fluch ganz ungeheuerlich, verzeih mir und umarm mich.
Alles, mein Herz, nur nicht diese stumpf-schöne Leere. 
Dieses eine Level, auf dem alles irgendwie so an dir vorüberfließt.


Sonntag, 21. April 2013

Frei.


Ich lass dich frei.
lass dich fliegen,
Ich lass dich los,
lass dich steigen.

Ich lass dich frei. Dich und deine elende Art. Zu lachen und zu reden. Zu rauchen, im tödlichen Dunst. Zu sehen, im dichten Nebel. Dich und dein "Ich liebe dich". Wenn du mir traust, völlig aufgebraucht. Ganz sicher "nie wieder abhaust".
Ich lass dich gehen. Dich und dein "Für immer". Nach allem was geschah. und niemals wieder passiert.
Dich und deine Angst. Vor dir selbst und einem potentiellen "Wir". Vor mir und meiner Kraft. Zu wachsen, hoch zu steigen.

Ich lass dich frei. So frei wie wir nie waren. Wovon wir träumten, niemals aufhörten. So frei, wie die Angst, die uns bestimmte. Egoistisch, tödlich masochistisch. 
Ich lass dich gehen, wie den Winter in uns. Es ist Zeit, mein Herz. Ich lass dich gehen, des Weges ziehen, halbtot auf zwei Beinen. 
Verzeih mir.

Ich lass dich frei. Endlich und Für immer. Am Wenigsten für dich und am Meisten für mich selbst. Für das Feuer, das schon damals erlosch. Und die Tränen, die niemals flossen. Für die Worte, die wir niemals sagten und die Liebe, die wir ahnten. Für so etwas wie eine Zukunft, ganz vielleicht ganz bald.

Denkst du manchmal noch an mich? Nur mal zwischendurch und nur ein wenig?




Mittwoch, 27. März 2013

Tapetenwechsel.



Der Schlüssel. Die Lösung. Der Ausweg. Der Einzige.

Über ein halbes Jahr bist du jetzt hier. An diesem Ort. In dieser Stadt ohne Ende.

Und es ist gut so. Es war alles gut so.
Wegzugehen, von dort. Abzuhauen und zu flüchten. Die Sachen zu packen und einfach zu gehen. Raus aus der Provinz, rein ins Großstadtgetümmel.
Einfach weg. 
Lass los.

Du hast dich satt gesehen, an den Häuserfassaden und Gartenzäunen. Kennst die Wege, gehst sie immer und immer wieder im Schlaf. Bist abgebogen und doch nur im Kreis gelaufen. Abkürzungen, die deine Zeit verschwenden und Kreuzungen an denen es nur in eine Richtung geht. Hast alles gesehen und doch eigentlich Nichts. Immerzu dieselben Gesichter, dieselben leeren Gesichter. Vertraut und doch so unendlich fremd.   Dieses Stück Land ist verbrannte Erde. Sie zerrinnt in deinen Fingern. Hier ist kein Platz mehr für dich. Du bist fertig mit ihr.

Und was hattest du für einen Schiss. Die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Haltlos unterwegs zu sein, auf dieser Schnellstraße nach vorn. Viel zu schnell und viel zu viel. Viel zu früh und sowieso. 
Und all diese Zweifel. Gott, was tue ich denn hier?
Sei unbesorgt: Das Richtige. 

Und du kannst es spüren. Die Luft in deinen Lungen und das Leben in deinen Adern.
Neuer Himmel, neuer Horizont.
Auf den Dächern dieser Stadt ohne Ende.

Und auf einmal scheint alles irgendwie so plausibel. All die schlimme Dinge sonnen sich im gleißenden Licht des Sinns.
Du siehst klar. 
Alle Wege, steinig und schwer, erbarmungslos und unumgehbar führten genau hier her.
Hier sollst du sein mit deinen zwanzig Jahren.
Hier soll es erst richtig beginnen, das Leben, dass du jahrelang herbei sehntest.

Hier, inmitten all der leeren Gesichter, zwischen hohen Häusern und tiefem Fall, zwischen Straßenpennern und Bänkern, irgendwo vorne links, mittendrin im anonymen Chaos dieser grau-grünen Hölle,genau hier warten Chancen auf dich, die vor nicht allzu langer Zeit mindestens so unerreichbar schienen wie das Leben selbst.
In dieser Stadt ohne Ende.





Sonntag, 27. Januar 2013

live, love, burn, die.


...Und sie spielen immer wieder dieselben Töne und Noten, Melodien, Harmonien und Symphonien. Immer wieder dieselben Lieder, vom Durchhalten, Mitmachen, Loslassen. Vom Aufstehen, sich um sich selbst drehen, vom Ausrasten und Weglaufen, vom Angst haben und kaputt machen. Vom Ende und vom Neuanfang. Von Zeiten, stürmisch wie die See und Nächten, schwarz wie deine Seele. Von Tagen, endlos wie das Universum und Menschen, zebrechlich wie Porzellan. Liedermelancholie, Lieder der Nostalgie. Lieder, die Berge versetzen und die Arktis schmelzen. 

Wie oft hast du zugehört, dem Song deiner Wahl? Dem Sänger, der die Zeilen hinausschreit? Und wie oft hast du verstanden? Erlebt, das Gesagte? Gefühlt, das Verhasste? Zugelassen, das Bekämpfte? Wie oft hast du dich gewehrt? Gefüchtet, vor dem Unbekannten, Ungenehmen, Ungeheuren? Geflohen in die Bequemlichkeit der stillen Existenz? Und dennoch Lieder gesungen, von Helden die taten und nicht bloß sagten. Von Veränderung und wie bedeutsam sie für Menschenleben ist? Wie oft hast du geschwiegen und nur zugehört? Geträumt, von einem Leben, besser als bisher? Um dann wieder aufzuwachen, schweißgebadet und aufgeregt? Erzählt von Leid und Pein, dass du niemals fühltest? Aus Angst vor den Konsequenzen? Aus Angst vor den den Dämonen in deiner Brust? Wie oft hast du geflüstert um sie nicht zu wecken? Getrunken um schnell zu schlafen? Aus Angst vor den Geistern in deiner Stirn? Vor den Fragen, die sie stellen, den Zweifeln die sie quälen? Den Antworten, die sie nicht haben?

Leben, nicht bloß existieren.
Hören, nicht bloß aufnehmen.
Singen, nicht bloß schweigen.
Schreien, nicht bloß flüstern.
Fragen, nicht bloß Ja-Sagen.
Wüten, nicht bloß aufregen.
Weinen, nicht bloß jammern.
ERLEIDEN, (ER)LEBEN.


Sonntag, 20. Januar 2013

decadence | reupload

Verfall, Niedergang, Verkommenheit. Dekadenz, Stoff für eine ganze Epoche. Literarisch, musikalisch, sozial kritisch. Fin de Siecle, Mann, Schnitzler, von Hofmannsthal. Große Namen, große Kunst. Der Doppelaspekt der Dekadenz, biologischer Verfall bei geistiger Verfeinerung. Er beginnt bei dir.
Parasiten, Ungeziefer. Sie bevölkern, was ursprünglich mal dir gehörte. Du bist jetzt erwachsen, hast alles und jeden durchschaut. Die spielende Kinderseele hast du abgelegt. Tritt herein, du junger Mensch. In unsere Welt aus Hass und Lügen. Korruption und Macht. Keine Zeit, keine Ahnung. Gemeinsam einsam.
Sie versprechen dir Eden. Du findest: Chaos.

Wer bist du? Und wer bist du nicht?
Du versuchst zu stoppen was unaufhaltbar ist. Zu retten was sich zu retten lohnt. Dich zu befreien, um aufzubauen. Doch sie ziehen an dir. Ziehen dich mit runter. Ins Verderben. In die offenen Arme des Abgrunds. Wer hat Schuld? Wer zerstört wen?
Du gehst zu Grunde an einer Welt, in die du zum Leben hineingeboren wurdest. Auf einem Planeten, der dir Luft zum Atmen und Wasser zum Trinken bietet. Mit Menschen die Menschwerden mit Menschsein ersetzt haben.

Stumpf, blind und taub drängen sie in Scharen zum Licht. Du gehörst dazu, und doch bist du nicht zuhause. Du fängst an zu schreien, sie schauen nichtmal auf. Allein sein, in einem Raum voller Menschen.

in the end we just regret the chances we didn´t take | reupload

 Was tut eigentlich mehr weh? Etwas zu sagen um dir nacher zu wünschen du hättest geschwiegen oder nichts zu sagen und dir dann zu wünschen du hättest es?
Wir bekommen Millionen von Chancen. Im Laufe unseres noch jungen Lebens. Die Meisten von ihnen nehmen wir nichtmal wahr. Tagtäglich fliegen sie an dir vorbei, streifen dich, wenn überhaupt, und zurück bleibt ein Boden voller Hülsen. In kurzen wachen Momenten sammelst du sie auf und denkst zurück. Wo ist die Patrone? Wer hat sie abgefeuert? Wurdest du getroffen?
Wie Wahnsinnige rennen wir umher, kopflos, immer aufm Sprung. Und übersehen dabei das wirklich Wichtige.
Du fragst dich was du hättest besser machen können. Wo lag der Fehler?
Ist er irreversibel? Der Wert ist abhanden gekommen, wir spucken drauf, um uns dann zu quälen.
 Schuld, Schuldbewusstsein, Bewusstlos.
Es tut mir Leid, Entschuldige, Verzeih mir.Verzeih dir selbst.
Du warst so blind, unfähig zu sehen was direkt vor dir stand.Wir verpassen Chancen wie so manch Einer seinen Zug. Sie fahren ab, und warten nicht auf uns. Und selbst wenn wir noch versuchen hinterher zu rennen, die Türen bleiben zu. Ob sie sich in diesem Leben nochmal öffnen, steht in den Sternen.

exit | reupload

Und seit Jahren läufst du nun schon. Geradeaus, über Hindernisse, Stolpersteine, Fallgruben. Du tastest dich an der Mauer entlang, intuitiv, vorsichtig. Taubstumm folgst du deinen verbliebenden Sinnen. Die Mauern aus Stein sind erschreckend kalt. Es ist kühl hier. Mechanisch, automatisch läuft du weiter. Keine Zeit für Rechts und Links. Was zählt liegt da vorn. Noch ist es zu dunkel, erkennen kannst du nichts. Wie weit ist es noch? Wann bin ich endlich da? Erschreckend eng, die Luft wird knapp. Du setzt zum Sprint an, sammelst dich und deine Kräfte. Der Grat wird schmaler, deine Füße schneller. Da vorn, das könnte der Ausgang sein. Ein leichter Schimmer, ein kurzes Flackern. Licht, Luft, Raum. Euphorie macht sich breit. Gleich ist es soweit.



 Du sinkst zusammen. Steinmauern, hart und kühl.
Der Ausgang, eine Wand auf die du zugerast bist. Befreiung, Flucht, Neubeginn. Schon immer nur Produkte deiner Gedanken. Die perfekte Illusion.

"»Ach«, sagte die Maus,
»,die Welt wird enger mit jedem Tag.
Zuerst war sie so breit,
daß ich Angst hatte,
ich lief weiter und war glücklich,
daß ich endlich rechts und links
in der Ferne Mauern sah,
aber diese langen Mauern eilen
so schnell aufeinander zu,
daß ich schon im letzten Zimmer bin,
und dort im Winkel steht die Falle,
in die ich laufe.« -
»Du mußt nur die Laufrichtung ändern«,
sagte die Katze
und fraß sie."

-Franz Kafka

trust & truth | reupload

Gib mir deine Hand. Es wird alles wieder gut. Irgendwann wird alles wieder gut. Denn diese Welt ist schön. Sie strahlt in ihren vielen bunten Farben. Die Menschen sind gut, alle wollen sie nur dein Bestes.
Vertrau mir.

Vertrauen, in einer Welt, die sich nichtmal selbst vertraut. Mutter Natur, Vater Staat, dein Bruder der Zweifel. Skepsis und Misstrauen, deine täglichen Begleiter. Die Naivität und Unschuld von Einst, nur noch wage Schatten einer besseren Zeit. Mehr Bewusstsein bedeutet mehr Wahrheit. Und die Wahrheit tut weh.
Freud sprach von Urvertrauen. Ein Säugling, muss es in den ersten Lebensmonaten ausbilden. Wohlbehütet von seinen Eltern, um- und versorgt, entwickelt er eine gewisse Grundhaltung gegenüber der Welt, in die er hineingeboren wurde. Und wenn nicht?
Dann beginnt das zweifeln spätestens in der Pubertät.
Liebe, Treue, Glaube.
Nur leere Worte, Gegenstände aus verganger Zeit. Tausend Definitionen, Versprechen brechen.
Vertrauen? Menschen, die nichtmal sich selbst vertrauen? Einem System, dass sich nach mehr Geld verzehrt? Einer Welt, dessen Fundament, die Natur, konsequent zerstört wird? Wie Vertrauen wenn nichtmal die Basis auf festem Untergrund steht?
Wenn die Pfeiler auf die du dich stützt, nichts als Grashalme im Wind sind?
Globales Misstrauen. Zuviele Missstände. Der Kampf, der lange Zeit vor deiner Geburt begann, wird auf deinen Schultern ausgetragen. Du kämpfst für eine Zukunft die Kämpfe der Vergangenheit in der Gegenwart. Sieh mir in die Augen und vertrau dir.
Niemals.

the one that is so true | reupload

Du bist da. Hälst meine Hand , streichelst meine zittrigen Finger. Nervös und beschämt schaue ich dich an. Böse bist du nicht, nur Angst hattest du. Es wird alles wieder gut, sagst du. Es wäre so verdammt schade.
Die Scheinwerfer gingen aus, das Licht verschwand. Alle gingen, doch du bliebst da.
Die Show war zu Ende, das Publikum löste sich auf, doch du bliebst da.
Keine Aftershow, nur die Garderobe. So seltsam still, ohne Maske, hüllenlos. Doch du bliebst da.
Pur, ungeschminkt, ungehemmt. Keine Regeln, keine Normen, wir gegen den Rest der Welt.
Scheiß auf die Gesellschaft, scheiß auf das System.
Mit Worten zu beschreiben wer wir sind, ist unmöglich.
Du bist da, einzigartig unersetzlich. Ich danke dem traurigen Lauf der Dinge.
Hälst mich nicht auf, versuchst nicht mich einzuschränken. Gibst mir Luft zum Atmen, und rettest mich vor dem Ertrinken. So viele Male hast du den Fall abgefedert. Soviele Male die Mauer vor die ich rannte, zerschlagen.
Das Feuer gelöscht, die Wolken vertrieben.
Fluchtpunktperspektive, die Horizontlinie verschoben.
3 Uhr in der Nacht, das Klingelzeichen. Eine echte Stimme, keine Mailbox. Sanfte Stimme, wiederhol dich, überhol mich.
Verzweifelt und bodenlos.
Eine starke Schulter, kräftige Arme.
Alles ist gut.
Nein ist es nicht.
Doch du bist da.

i would never treat you like i used to treat myself | reupload

" Wer sich nicht selbst lieben kann, der liebt auch niemand Anderen."
Eine gewagte These. Wahr oder Falsch? Ist der destruktive Geist, gequält von inneren Dämonen und bloß ein Schatten seiner Selbst, unfähig die letzten Reste Liebe, Zuneigung und Sympathie zu mobilisieren und sie einem Anderen Menschen zu schenken? Hat er verlernt, Etwas zu geben,von dem er selbst nich in der Lage ist es auf sich selbst anzuwenden? Oder war diese Fähigkeit von Anfang an nicht gegeben?

Du reicher Geist. Du kluge Seele. Verstehst so Vieles, doch nicht dich selbst zu lieben.
Anerkennung und Respekt im Ausverkauf. Höflichkeit, Nachsicht und Fürsorge bis zu 60 Prozent reduziert. Alle greifen zu, dein Wagen bleibt leer.
Durch den Irrgarten, immer tiefer in die Abgründe deiner Seele. Du herzloser Egoist, du liebenswertes Wesen. Du bist mindestens genauso Gott wie der Teufel.
Wie verwandelt man Hass in Liebe? Wie befreit man einen gequälten Geist? Wie bleibt man gesellschaftsfähig?
Draw the Line. Find the Border.

Du bist was du gibst. Du gibst was du nicht bist. Zwischen Determination und freiem Willen balancierst du auf einem Faden. Gespannt zwischen Gesellschaft und Ich. 
Gesellschaftsfähig UnveränderlICH.

love is the answer | reupload




 Ist sie das?
Kann Etwas so Abstraktes und Nicht-Greifbares die Lösung für alle Probleme sein?
Liebe, die Superior Power in einer orientierungslosen und verworrenen Welt?
Das Allheilmittel aller Generationen, vergangener Jahrhunderte, Zukunftsprognose.
Lass es zu, das Gefühlskarussell. Steig ein, in die Achterbahn in Richtung Himmel.
Nimm sie ab, die Pflaster und die Verbände. Von nun an bist du geheilt. Von Krankheit und Schmerz. Von Leid und Pein. Von Hass und Wut.
Pure Naivität und blinde Gefühlsduselei? Romantischer Mythos oder reelle Wahrheit?
Liebe umsorgt Wunden. Versorgt sie mit schmerzlindernder Salbe. Beschleunigt den Heilungsprozess.
Um sie früher oder später dann mit brachialer Gewalt aufzureißen.
Liebe heilt, kurzzeitig.
Und bevor sie geht, nimmt sie den Zauber von dir. Den Elfenstaub in deinen Augen.
Den rosaroten Schleier von deinen Pupillen.
Und was bleibt ist das Chaos. Oh wunderschönes, schmerzlich vertrautes Chaos.
Und trotzdem lässt du es zu.
Weil es so gut tut, weil es schön ist, weil es sich so gut anfühlt, wahrhaftig geliebt zu werden.
Fang mich auf, in deinem Netz aus hauchdünnen Fäden. Ein Gebilde, dass mehr Stabilität besitzt als meine Welt in den letzten zwanzig Jahren.

Samstag, 19. Januar 2013

fate.


Von mehr als sieben Milliarden Menschen trifft es dich. Gerade und ausgerechnet dich. Nenn es Pech oder nenn es Gott. Nenn es hart und nenn es schlimm. Nenn es unfair und wähn dich im Recht. Füll dein Herz mit Hass, bis zum Rand. Schrei! Schlag! Trink! Rauch! Zieh! Heul!

Ja, es tut weh. Sogar sehr. Und ja, es nicht fair. Nein, verdient hast du es nicht. Nichtmal ansatzweise. Und dennoch.
 Die da oben, wer auch immer das sein mag, können Arschlöcher sein. Tatsächlich sind sie es öfter als dir lieb ist. Zwei Schritte vor, drei zurück. Schmeißen Steine, werfen Würfel, treffen tief. Schicken Stürme und Böen. Wirbeln dich umher, wehen dich weg. Lassen es regnen, mitten im August. Lassen Wolken verdecken worauf du so sehnlich wartest. Aber vor Allem lassen sie dich springen, gehen, fallen und wieder aufstehen. 

Ja, ich weiß es tut weh. So unglaublich sehr. Und ja, ich weiß es ist nicht fair. Nein, verstehen kannst du es nicht. Nicht heute und nicht morgen. Und dennoch. 
Sei wach und ständig auf der Hut. Achte die Zeichen und dich selbst. Sei kein Spielball, keine Marionette im Wind. Was dir passiert ist unausweichlich. Wie hart es dich trifft allerdings, das liegt auch in deiner Hand. 

Raff dich auf und klopf dir den Dreck von den Knien.
Wisch das Blut weg und die Tränen beiseite.
Steh auf, Pflaster drauf, und weiter.




Donnerstag, 10. Januar 2013

nochmal auf anfang, bitte.


Siebentausenddreihundert Tage, das sind hundertfünfundsiebzigtausendzweihundert Stunden.
Spul sie ab, wie deinen Lieblingssong. Endlosschleife, der Bass dröhnt. Füg sie zusammen. All die kleinen Teile. Setz sie mühselig zusammen. 
Stück für Stück. 

Damals war alles besser, oder so so ähnlich. Wann genau? Gestern, vorgestern oder doch erst Morgen? Nur Bruchstücke, Puzzleteile, Eindrücke. Über Jahre gesammelt, sorgfältig sortiert und abgespeichert. Zuweilen unwiderruuflich gelöscht und ersetzt. Mitten unter ihnen tiefe, schwarze Löcher. Rauschzustände, für immer verloren. Grenzübergänge, verbotenes Terrain. Hin und wieder ein Funken. Nur eine Millisekunde. Sterne, längst erloschen. Dazwischen nichts als Chaos. Schemen im Nebel. Schatten, Stimmen, Schreie.

Die Zeit heilt alle Wunden, oder so ähnlich.
 Narren.
 Sie verblassen, erkalten. Was zurück bleibt, bleibt immer. Gut getarnt und wohl gehütet. Unter Panzer und Eis. Scherben, scharfkantig und manchmal nur Splitter. Mit dem bloßen Auge nur schwer zu erkennen. Für immer zebrochen, irreversibel.

Jeder macht mal Fehler, oder so ähnlich. Doch ist es auch noch einer wenn er zum abertausendsten Mal begangen wird? Ab wann wird aus einem Fehler eine Macke? Eine Eigenschaft, individuell und ganz persönlich? Hast du aus ihnen gelernt? Oder bist du heute noch so weit wie damals? 

Endlosschleife. Spul zurück, zurück zum Anfang.
Du verbringst Jahre damit die Teile wieder zusammen zu setzen. Nach verloren gegangen Stücken zu suchen.
Lass sie los, das Puzzle bleibt unvollständig.
Hör auf damit. 
Hier und jetzt und heute.

Du musst weiter.
 Stück für Stück.

Mittwoch, 9. Januar 2013

just a spark.


Morgens in den Spiegel zu sehen, mit einem Lächeln auf den Lippen. Zu Bett gehen und einschlafen, ohne stundenlanges Hin und Her. Einen kühlen Kopf und Ruhe bewahren, wenn mal wieder alles droht zusammen zu brechen. Die richtigen Worte finden, für das Unsagbare. Ein warmes Gefühl in der Magengegend. Zufrieden sein. Mit mir und dir. 
So stelle ich mir Glück vor. Ein anhaltender Zustand. Friedliche Ruhe nach einem langem, schweren Kampf. Besänftigend. Tröstend. Unendlich.

Falsch. Vollkommen falsch.

Es ist dieser eine Geruch, nach einem warmen Sommerregen.
 Es ist dieser eine tiefe Atemzug, der sich so wie Freiheit anfühlt.
 Dieser eine Moment wenn dir gefühlte zehn Tonnen vom Herzen fallen. 
Dieses eine Lächeln eines guten Freundes.
Diese eine Umarmung, die sich anfühlt wie früher.
Diese Nacht, die nie zu enden scheint.
Dieser eine Trip, der dich in den Himmel katapultiert.
Diese Schwerelosigkeit.
Dieses Gefühl, wenn plötzlich alles einen Sinn ergibt.
Dieses Klick, dass nach Veränderung schreit.
Sich fallen lassen, schweben, losreißen.

Nur Momente, niemals Zustand.
Flüchtig. Gott sei Dank.

Freitag, 4. Januar 2013

fuck this shit.


"How vain it is to sit down and write when you have not stood up to live."

H.D.Thorau

Viel zu lang her das letzte Mal. Wenn ich mich auf eins verlassen kann, dann auf meine konsequente Inkonsequenz. Tote Tage, ohne Inspiration, ohne Ideen, ohne Motivation es mühselig in Worte zu fassen. Aber ist es nicht das, was er ausmacht? Nur zu schreiben wenn man auch etwas zu sagen hat? Und nicht zu schreiben weil man irgendetwas sagen will? Ich bitte um Verständnis.