Der Schlüssel. Die Lösung. Der Ausweg. Der Einzige.
Über ein halbes Jahr bist du jetzt hier. An diesem Ort. In dieser Stadt ohne Ende.
Und es ist gut so. Es war alles gut so.
Wegzugehen, von dort. Abzuhauen und zu flüchten. Die Sachen zu packen und einfach zu gehen. Raus aus der Provinz, rein ins Großstadtgetümmel.
Einfach weg.
Lass los.
Du hast dich satt gesehen, an den Häuserfassaden und Gartenzäunen. Kennst die Wege, gehst sie immer und immer wieder im Schlaf. Bist abgebogen und doch nur im Kreis gelaufen. Abkürzungen, die deine Zeit verschwenden und Kreuzungen an denen es nur in eine Richtung geht. Hast alles gesehen und doch eigentlich Nichts. Immerzu dieselben Gesichter, dieselben leeren Gesichter. Vertraut und doch so unendlich fremd. Dieses Stück Land ist verbrannte Erde. Sie zerrinnt in deinen Fingern. Hier ist kein Platz mehr für dich. Du bist fertig mit ihr.
Und was hattest du für einen Schiss. Die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Haltlos unterwegs zu sein, auf dieser Schnellstraße nach vorn. Viel zu schnell und viel zu viel. Viel zu früh und sowieso.
Und all diese Zweifel. Gott, was tue ich denn hier?
Sei unbesorgt: Das Richtige.
Und du kannst es spüren. Die Luft in deinen Lungen und das Leben in deinen Adern.
Neuer Himmel, neuer Horizont.
Auf den Dächern dieser Stadt ohne Ende.
Und auf einmal scheint alles irgendwie so plausibel. All die schlimme Dinge sonnen sich im gleißenden Licht des Sinns.
Du siehst klar.
Alle Wege, steinig und schwer, erbarmungslos und unumgehbar führten genau hier her.
Hier sollst du sein mit deinen zwanzig Jahren.
Hier soll es erst richtig beginnen, das Leben, dass du jahrelang herbei sehntest.
Hier, inmitten all der leeren Gesichter, zwischen hohen Häusern und tiefem Fall, zwischen Straßenpennern und Bänkern, irgendwo vorne links, mittendrin im anonymen Chaos dieser grau-grünen Hölle,genau hier warten Chancen auf dich, die vor nicht allzu langer Zeit mindestens so unerreichbar schienen wie das Leben selbst.
In dieser Stadt ohne Ende.
