Du bist da. Hälst meine Hand , streichelst meine zittrigen
Finger. Nervös und beschämt schaue ich dich an. Böse bist du nicht, nur Angst
hattest du. Es wird alles wieder gut, sagst du. Es wäre so verdammt schade.
Die Scheinwerfer gingen aus, das Licht verschwand. Alle
gingen, doch du bliebst da.
Die Show war zu Ende, das Publikum löste sich auf, doch du
bliebst da.
Keine Aftershow, nur die Garderobe. So seltsam still, ohne
Maske, hüllenlos. Doch du bliebst da.
Pur, ungeschminkt, ungehemmt. Keine Regeln, keine Normen,
wir gegen den Rest der Welt.
Scheiß auf die Gesellschaft, scheiß auf das System.
Mit Worten zu beschreiben wer wir sind, ist unmöglich.
Du bist da, einzigartig unersetzlich. Ich danke dem
traurigen Lauf der Dinge.
Hälst mich nicht auf, versuchst nicht mich einzuschränken.
Gibst mir Luft zum Atmen, und rettest mich vor dem Ertrinken. So viele Male
hast du den Fall abgefedert. Soviele Male die Mauer vor die ich rannte,
zerschlagen.
Das Feuer gelöscht, die Wolken vertrieben.
Fluchtpunktperspektive, die Horizontlinie verschoben.
3 Uhr in der Nacht, das Klingelzeichen. Eine echte Stimme,
keine Mailbox. Sanfte Stimme, wiederhol dich, überhol mich.
Verzweifelt und bodenlos.
Eine starke Schulter, kräftige Arme.
Alles ist gut.
Nein ist es nicht.
Doch du bist da.
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