Mittwoch, 31. Juli 2013

Der Zeiger.


Die Uhr schlägt kurz vor Punkt. Höchste Zeit zu gehen, Zeit einander nie wiederzusehen. Und niemals ist hierbei nur ein weiterer Zeiger. Auf dieser Uhr, die sich nicht anhalten lässt.  Schon wieder vorbei? Viel zu schnell, nur ein Moment. Der das alles hier vereint, zeitweilig friedlich, ganz kurz mal glücklich. Und wir schauen uns an und vergessen zu sagen, was wir unbedingt noch sagen wollten. Soll es das gewesen sein? Ewig Erinnerung und niemals Vision? Für immer nur Gedanke, flüchtig schmerzhaft im Wirrwarr dieser Zeit? Wir schauten uns an und hatten längst vergessen, was wir unbedingt noch sagen wollten.

Samstag, 27. Juli 2013

Wir.

Wir, das war eigentlich immer nur Ich allein. Ich und mein, auf den Knien dahinkriechender Schatten. Ich und alles, woran wir zerrten und wonach wir strebten. Wir, das warst niemals Du. Du und deine leeren, von Routine und Stumpfsinn vergewaltigten Worte. Sie alle, wie Sie reden und aussehen und niemals denken, Sie waren Du. Und Du, Du widerwärtiger Gestaltenwandler, getarnt in die Kleider Unserer Gedanken, Du wirst immer Sie sein. Alles was Wir waren, war nur Ich. Und alles was Du bist will Ich niemals sein. Nichtmal für ein Wir. Nicht für Nächte, die ihre Grausamkeit verloren und Tage, denen es an Leben nie fehlte. Für Worte, die die Seele heilten und Gesten, die niemals selbstverständlich wurden. Für das Gefühl, das Ich gar nicht so untragbar scheint und die Illusion einer Zukunft.

Wir, das war eigentlich immer nur Ich allein. Ich und dieser Kopf, zu voll zum Leben und viel zu schwer zum Aufrechtgehen. Ich und diese Gedanken, die man eigentlich nicht denken sollte. Wir, das war von Anfang an Ich. Ohne Dich und deinen hell leuchtenden Schein, der mich erblinden ließ. Dein Glanz, das Strahlen, das verlockende Funkeln im Grau. Täuschung. Illusion. Projektion.

Du und Sie. Einfach Ihr.

Selbst wenn Ich für immer blutet obwohl Wir sich soviel besser macht, Ich tanze. Auf Eurem Grab.