Wir, das war eigentlich immer nur Ich allein. Ich und mein,
auf den Knien dahinkriechender Schatten. Ich und alles, woran wir zerrten und
wonach wir strebten. Wir, das warst niemals Du. Du und deine leeren, von
Routine und Stumpfsinn vergewaltigten Worte. Sie alle, wie Sie reden und
aussehen und niemals denken, Sie waren Du. Und Du, Du widerwärtiger
Gestaltenwandler, getarnt in die Kleider Unserer Gedanken, Du wirst immer Sie
sein. Alles was Wir waren, war nur Ich. Und alles was Du bist will Ich niemals
sein. Nichtmal für ein Wir. Nicht für Nächte, die ihre Grausamkeit verloren und
Tage, denen es an Leben nie fehlte. Für Worte, die die Seele heilten und
Gesten, die niemals selbstverständlich wurden. Für das Gefühl, das Ich gar
nicht so untragbar scheint und die Illusion einer Zukunft.
Wir, das war eigentlich immer nur Ich allein. Ich und dieser
Kopf, zu voll zum Leben und viel zu schwer zum Aufrechtgehen. Ich und diese
Gedanken, die man eigentlich nicht denken sollte. Wir, das war von Anfang an
Ich. Ohne Dich und deinen hell leuchtenden Schein, der mich erblinden ließ. Dein
Glanz, das Strahlen, das verlockende Funkeln im Grau. Täuschung. Illusion.
Projektion.
Du und Sie. Einfach Ihr.

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