Samstag, 10. November 2012

we´re all mad here.


"We´re all mad here." sagt die Katze zu Alice. 

Mit den Händen in den Taschen schlenderst du durch die Massen. Den Blick gesenkt, die Sinne stumpf und taub. Hin und wieder erreichen dich Gesprächsfetzen, ein Lachen hier, Kindergeschrei da. Die ganz normale Geräuschkulisse des alltäglichen Wahnsinns. Vorbei an schreienden Müttern und weinenden Kindern, wild-gestikulierenden Taxifahrern und mittellosen Bettlern. Obdachlos und gezeichnet.

 Keine Zeit für Mitleid.

Bloß kein Blickontakt, schnell dran vorbei.
"Kannst du nicht aufpassen?!" Sie drängeln und schieben sich an dir vorbei. Immer Tempo, weiter weiter.

 Keine Zeit für Stillstand,
 Keine Zeit zum Zögern.

Du hebst den Kopf und schaust dich um. Suchst nach Vertrautem, nach glitzernden Augen und warmem Lachen. Du stolperst.
Innerlich.
Raff dich auf und träum weiter. 
Kapuze auf, Schleier vor die Augen. Mit getrübtem Blick lässts sich leichter laufen.
Wisch sie weg, die Gedanken.

Keine Zeit zum Zweifeln.

Schnellen Schrittes kämpfst du dir deinen Weg durch gut getarnte Mörder, Diebe und Psychopathen. Menschenfresser, Menschenhasser, aus ausdruckslosen Augen starren sie dich an.
Im goldenen Käfig, eingerahmt von grauen Wolkenkratzern.
 Spielplatz des Wahnsinns, Schlachtfeld der Seelen.
Ohne Regeln, ohne Rücksicht.
Doch am Ende, am Ende verliert jeder.


              
                                                                                                            

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