Mittwoch, 14. November 2012

good morning.


"my tea´s gone cold and i´m wondering why i
got out of bed at all,
the morning rain clouds up my window
and i can´t see at all.
and even if i could it´ll all be grey."

[Eminem feat. Dido - Stan]

...Und heute ist einer jener Tage, an denen du es nichtmal schaffst aus dem Bett zu steigen. Die Kaffeemaschine zu betätigen und in der Zwischenzeit zu duschen. Den Fernseher anzuschalten nur der vertrauten Hintergrundgeräusche wegen. Die Illusion menschlicher Nähe und Gesellschaft zu erzeugen. 
Und das alles machst du nicht, nicht weil du verschläfst. Nicht weil du letzte Nacht zu lang auf warst. 
Du stehst nicht auf, weil du nicht kannst. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie nicht nur aus Pflichtbewusstsein und Disziplin regelmäßig um 7 Uhr aufstehen. Nein, was sie außerdem antreibt ist eine gewisse Grundmotivation, ein rätselhafter, hoffnungsvoller Enthusiasmus, der sie aus ihren warmen Betten treibt. Ein kurzer, starker Impuls, der ihnen sagt: Beginne den Tag, er wird dir Gutes bringen. 

Heute Morgen wartest du vergeblich auf diese Stimme. Ein Blick aus dem Fenster genügt, um das Gefühl in dir zu bestätigen. Graue Nebelschleier hängen über der Stadt. Da wo sonst die Spitzen der Wolkenkratzer majestätisch in den Himmel ragen, hat dieser sich mit ihnen vereint. Ein düster gräulich-schwarzes Nichts, so weit das Auge reicht.
 Die da draußen stehen jeden Tag zur selben Zeit auf und gehen jeden Tag denselben Weg zur selben Arbeit. Sehen jeden Tag dieselben Menschen, mit denen sie sich jeden Tag über dasselbe unterhalten. Es scheint so leicht, warum versagst du?

Regelmäßig an diesem Morgen schreit dich dein Wecker an. Erinnert und ermahnt dich. Er duldet keine Nachlässigkeit, duldet kein Fehlen und duldet keine Fehler. 
Aus damit, raus damit.

Es ist einer jener Mittwochmorgen, die dich mit aller Macht auf die Knie zwängen. An denen innere und äußere Welt zu einem fürchterlichen Ganzen werden. An denen die Welt, diejenige ist, die dich mit Verachtung straft, und dich darin bestärkt den realitätsverachtenden Weg, den du eingeschlagen hast, weiter zu gehen. Ein Mittwochmorgen, der dich für nichts auf diesem Planeten begeistern kann. Nicht einmal für dich selbst.

Es ist einer jener Tage, die du im Bett verbringst. Unter deiner Thermobettdecke, die ihren Zweck nicht erfüllt.


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