Halt still. Halt inne. Halt dich fest.
Woran? An wem?
Ständig und immerzu in Bewegung. So wie die Erde drehen sich auch ihre Bewohner im immer wieder kehrenden Rythmus der Zeit. Die ganze Welt tanzt einen niemals endenden Tanz.
Bewegt sich, steht nicht, eilt vorraus, pausenlos.
Halt! Bleibt stehen, lasst mich aussteigen!
Keine Zeit für Halt, zeitlos haltlos mit 180 km/h vorbei an blühenden Feldern, grünen Wäldern und grauen Mauern. Vorbei an Lichtern und Schildern. Wegweiser in die richtige Richtung. Die einzige Richtung.
Menschen und Gedrängel auf den Gleisen. Wer aussteigt hat verloren. Im Bruchteil einer Sekunde werden sie zu Schemen und in der nächsten wieder nur eine Erinnerung. Zurückgebliebene, Verdammte und Verfluchte. Aussteiger, Verlierer einer Gesellschaft, in der Geselligkeit ein Fremdwort ist.
In Schlangenlinien zum Erfolg.
Kein Rückwärts, kein Platz für Rückschritt.
Dicht aneinander gepresst, wie Schweine auf ihrer letzten Reise. Die Ersten bereits in völliger Erschöpfung zusammen- oder ineinander gesunken. Klammern und halten sich fest an jenen, die sich auf den Beinen halten können. Fallen tief, ziehen sich hoch. Stolpern, fallen und bleiben liegen.
Angst, Hass und Wut zeichnen ihre Gesichter. Vom Wahnsinn verzehrt, vom Schein geblendet.
Fremd und Anders und doch setzt sie das Schicksal alle gleich. Zusammen einsam in diesem Höllengefährt von Zug, dass nicht einmal daran denkt das Tempo zu drosseln.
Wer fährt ihn? Wer bedient und lenkt? Wer steuert und denkt?
Jeder einzelne von ihnen im großen Ganzen.
Jeder einzelne von ihnen, nicht allein sondern vereint.
Während sie sich immer noch fragen, wer sie führt, durch Sturm und Donner, rasen sie weiter drauf zu.
Ungebremst und ohne Umwege, schnurstracks hinzu auf Mauer und Wand.
Warum begreifen sie denn nicht?
Halt! Ich will aussteigen! Lasst mich aussteigen!
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